Die Diagnose ist die Basis einer erfolgreichen Therapie

Diagnose

Eine ausführliche Diagnostik ist die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung. Im Vordergrund unserer praktischen Arbeit stehen persönliche Gespräche. Nur der Weg des gemeinsamen Verstehen vorhandener Symptome, der Beschwerden und der Problembereiche führt zur sicheren Diagnose.

Unabhängig vom Alter erlebt jeder Mensch die Welt unterschiedlich. Und auch Menschen mit psychischen Belastungen zeigen unterschiedliche Symptome, die verschieden stark ausfallen können. Diese Symptome haben aber Einfluss auf den Alltag und die Funktionsfähigkeit der Betroffenen. Ob Angst oder das Gefühl von Traurigkeit, ob Anspannung oder Panikattacken – wenn solche Beschwerden nicht einfach verschwinden, sondern Begleiter im Alltag werden, ist professionelle Hilfe nötig!

Natürlich stehen uns im Therapiehaus Dannenkoppel die üblichen Testverfahren zur Verfügung, sie bilden aber nur einen kleinen Ausschnitt der zugrunde liegenden Prozesse ab. Psychische Erkrankungen können sehr selten mit Hilfe eines Tests festgestellt werden. Es bedarf einer so genannten „klinischen Diagnose“, die jedoch nur von einem erfahrenen Facharzt oder Psychotherapeuten gestellt werden. Im Therapiehaus Dannenkoppel steht Dr. Bernd Henke als erfahrener Diagnostiker und Facharzt zur Verfügung. Manchmal ist auch eine Untersuchung erforderlich, um körperliche Erkrankungen auszuschließen. Bei Bedarf beziehen wir bei der Diagnostik auch das individuelle und soziale Umfeld mit ein.

Psychische Probleme können sich bei Kindern und Jugendlichen auf verschiedene Arten zeigen:

– Störung der sozialen Kompetenz
– Psychosomatische Störungen, wie z. B. Tic-Störungen
– Einnässen und Einkoten, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen
– Defizite in der motorischen oder Sprachentwicklung
– Schlafstörungen, Essstörungen
– Angststörung, Trennungsangst
– Schulvermeidung
– Zwangsstörung
– Akute Belastungsreaktionen
– Posttraumatische Belastungsstörungen
– Emotionale Störungen des Kindesalters

einschließlich selbstverleugnendem, angepasstem Verhalten wie

– Depressive Störung
– Selbstverletzendes Verhalten
– Suizidales Verhalten
– Persönlichkeitsentwicklungsstörungen
– Psychosen
– Autismus
– Mutismus (Sprechverweigerung)

Wir bieten bei uns im Haus sowohl eine besondere Art von Diagnostik, nämlich ein gemeinsames, diagnostisches Verstehen, als auch bewährte Behandlungen an.
Die Beschwerden Ihrer Kinder werden nur in seltenen Fällen durch Erkrankungen oder angeborene Defizite des Gehirns oder des Nervensystems verursacht – zum Glück. Denn daher können sie erfolgreich behandelt werden, wenn die Ursachen erkannt und eine adäquate Therapie durchgeführt werden kann. Liegen neurologische Schwierigkeiten oder sonstige körperlichen Erkrankungen vor, spielt aber auch die innere Verarbeitung eine wichtige Rolle.

In den meisten Fällen stehen bei unseren Patienten nicht Probleme mit der Grob- und Feinmotorik oder Fehlinervationen des Nervensystems (wie zum Beispiel eine Spastik oder Lähmungen) im Vordergrund. Die Probleme der Kinder und Jugendlichen haben meist einen Zusammenhang mit dem emotionalen Erleben. Wir nehmen uns sehr viel Zeit für persönliche Gespräche. Wenn Sie mögen, kann es zunächst einmal darum gehen,  möglichst viel von dem zu verstehen, was alle in der Familie bewegt, vor allem welche subjektiven Vorstellungen vorliegen, die manchmal gar nicht allen bekannt sind. Dabei können auch wichtige Anliegen oder Motive zur Sprache kommen,  die Eltern aus Erfahrungen aus ihrer Kindheit mitgebracht haben. Erst ein möglichst umfangreiches, vertrauensvolles Verstehen ermöglicht den Betroffenen, Ziele zu formulieren, die sie in einer Behandlung anstreben können.

Während der diagnostischen Gespräche können auch erste neue Erfahrungen von allen Beteiligten gemacht werden, indem keine Anschuldigungen und Bewertungen erfolgen, die schon einen Eindruck von den nachfolgenden, möglichen Therapien vermitteln.
In unserer Diagnostik, die eine differenzierte Erfassung der kognitiven Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen ermöglicht, geht es auch darum,  wie diese mit den persönlichen, inneren Erfahrungen und Erlebnissen im Zusammenhang stehen. Ein Test auf Lese-Rechtschreib -oder Rechenfähigkeiten könnte mögliche Defizite abbilden, die aber sowieso schon von zu Hause und aus der Schule bekannt sind. Auch verschiedene, mögliche Hypothesen zu einem positiven oder negativen Zusammenspiel von rechter und linker Gehirnhemisphäre ist meist eher wissenschaftlich relevant, aber weniger für die Behandlungen.
Einen sehr starken Einfluss auf die Fähigkeiten im schulischen Bereich hat nach unseren Erfahrungen aber die innere, emotionale Konfliktwelt der Kinder. Wenn diese als eine wichtige Teilursache für diese Teilleistungsstörungen erkannt werden, kann man die Kinder durch eine Aufarbeitung der Konflikte unter Anteilnahme der Eltern erfolgreich behandeln.
Daher legen wir auch in diesen Fällen viel mehr Wert auf ein wertfreies, intensives, gemeinsames Verstehen dafür, was individuell alles emotional wichtig ist und dazugehört, als auf anonyme Testungen, die ja sowieso nur einen schmalen Bereich dessen abbilden, um was es geht.